Hedy Lamarr

Die österreichische Hollywood-Legende

Dokumentation   |   52 Minuten   |   Buch & Regie: Birgit Mosser-Schuöcker   |   ORF III, Planet TV  |    2017

Hedy Lamarr – Erfinderin und „schönste Frau der Welt“

Hedy Lamarr: die Wienerin galt in den Dreißigerjahren als „schönste Frau der Welt“ und wurde als Teenager schlagartig berühmt – durch die erste Nacktszene der Filmgeschichte.
Die auch „jüdische Marilyn Monroe“ genannte Schauspielerin führte ein Leben, das ebenso turbulent wie tragisch war.
Sie war Shooting Star in den großen Tagen Hollywoods, eine der ersten als Marke aufgebauten Schauspielerinnen der Welt, die gezielt mit Filmrollen und ihrem Privatleben von den Filmstudios ins Scheinwerferlicht gestellt wurde.

Die Lebensgeschichte der als Hedy Kiesler geborenen Künstlerin Hedy Lamarr könnte einem klischeebehafteten Hollywood- Drehbuch entstammen.
Berühmt wurde Lamarr durch ihren Auftritt im tschechischen Film „Ekstase“, der 1933 in die Kinos kam. Ihre Szene gilt als erste Nacktszene der Kinogeschichte. Die damals 19-Jährige deutete darin sogar einen Orgasmus an – zur damaligen Zeit im Film unerhört. Ein Skandal, das sogar vom damaligen Papst kommentiert wurde.

Wenig später heiratete sie den Rüstungsmagnaten Fritz Mandl. Vergeblich versuchte er, alle Kopien von „Ekstase“ aufzukaufen. Lamarr ließ sich scheiden und ging 1938 in die USA, um dort ihre Filmkarriere voranzutreiben.
Die Schauspielerin kam bei MGM unter Vertrag, musste aber ihren Namen ändern. MGM wollte nicht mit dem Nacktskandal in Verbindung gebracht werden. Deshalb wurde in den USA aus der Wienerin Hedwig Eva Maria Kiesler Hedy Lamarr.

Um den Kampf gegen den Nationalsozialismus zu unterstützen, entwickelte sie gemeinsam mit einem Freund das sogenannte Bandspreizverfahren und meldete ein Patent an. Ursprünglich als „geheimes Kommunikationssystem entwickelt, bildet das Verfahren heute die Grundlage für WLAN oder auch Bluetooth.

Die Dokumentation folgt Lamarr als Verkörperung der Weiblichkeit im Zerrspiegel gesellschaftlicher Erwartungen und Ansprüche und erzählt von ihrem Leben, das dramatischer kaum hätte sein können: Sechs Ehemänner, unzählige Liebschaften, später viele Schönheitsoperationen und schließlich der Abstieg in die Armut und Bedeutungslosigkeit gealterter Filmstars der goldenen Zeiten Hollywoods. Und mittendrin eine der wichtigsten technischen Erfindungen der Welt.

Österreich ist ein Land großer Töchter. In vier ersten Folgen der Dokumentarfilmreihe von Inspiris Film in Kooperation mit ORF III werden Louise Piëch, Margarete Schütte-Lihotzky, Hedy Lamarr und Trude Fleischmann portraitiert.

So will „Heimat bist du großer Töchter“ die einflussreichen Frauen unseres Landes sichtbar machen. Die Reihe widmet sich dem Selbstverständnis der Frauen – Damals und Heute.

Zu Wort kommen Expertinnen und Experten, die die Lebensgeschichten der „großen Töchter“ beleuchten, und die Vergleiche zum Heute herstellen.

Jeder Film widmet sich der Lebensgeschichte einer Frau und erschafft ein Bild der weiblichen Lebensumstände in der Gesellschaft der jeweiligen Lebenszeit und der Gegenwart.

Dokumentation 2017