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Papa hat sich erschossen

Dokumentation   |   52 Minuten   |   Buch & Regie: Dagmar Knöpfel   |   3sat   |    2015

Link: Programmankündigung auf 3sat
Link: Bericht auf DerStandard.at

Ein Film von Dagmar Knöpfel

2008 legt sich Erhard Jungnikl unter den Nussbaum und erschießt sich. Journalistin Saskia Jungnikl bricht das Tabu Suizid und erzählt von ihrem Weg in ein Leben nach dem Selbstmord ihres Vaters.

Um ihre Erlebnisse aufzuarbeiten, schreibt Saskia einen Artikel, den der Standard 2013 veröffentlicht. Durch die unglaubliche Resonanz bestärkt publiziert Saskia im November 2014 ein Buch über die Bewältigung ihres Traumas. Die Dokumentation beleuchtet Suizid und den Umgang der Hinterbliebenen damit.

Regisseurin Dagmar Knöpfel zeigt in der von Inspiris Haschek Film produzierten Dokumentation „Papa hat sich erschossen“ wie präsent Suizid in unserer Gesellschaft ist.

Susanne Jungnikl und ihre Tochter Saskia spazieren oft im Burgenland, wo Saskia und ihre Brüder aufgewachsen sind. Sieben Jahre nach dem Suizid ihres Vaters ist Saskia Jungnikl bereit, vor der Kamera darüber zu sprechen. Nicht nur das, sie ist der Meinung, dass man die falschen Tabus unserer Gesellschaft brechen muss und unbedingt darüber reden soll. Selbsttot oder Suizid sind die Begriffe, die sie verwendet. Selbstmord lehnt sie ab wegen dem „Mord“ darin, und Freitod deshalb, weil es zu heroisierend ist.
Das Leben der Journalistin hat sich von einen auf den anderen Tag komplett geändert, seit dem Suizid ihres Vaters teilt sich ihr Leben in ein Vorher und Nachher.
Aber Saskia ist nicht zynisch, nicht verhärmt, nicht gebrochen.

Mutter Susanne und Saskia Jungnikl achten sehr auf die Gräber von Erhard Jungnikl und Saskias früh verstorbenem Bruder Till. Das Einbeziehen der Verstorbenen in den Alltag gibt Trost.
Dagmar Knöpfel begleitet Saskia Jungnikl zu Gesprächen mit ihrer Mutter, ihrem damaligen Freund, ihrer besten Freundin und lässt das Publikum damit teilhaben an sehr privaten Erinnerungen und Emotionen. Der Film kommt ohne Kommentartext aus. Die Betroffenen erzählen selbst die bewegende Geschichte von der Bewältigung des Traumas und der Rückkehr ins Leben.
Anhand der persönlichen Geschichte Saskia Jungnikls wirft der Film ein Licht darauf, was ein Freitod für die Hinterbliebenen bedeutet. Dabei kommen auch verschiedene Experten zu Wort, die diese persönliche Ebene für eine breitere Diskussion öffnen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO begeht eine Million Menschen jährlich Selbstmord. Für das Jahr 2008 vermerkte die österreichische Statistik einen historischen Tiefstand an Freitoden, 1280 Menschen haben sich das Leben genommen. Saskias Vater war einer davon.

Ausstrahlung:

Auf 3sat: 17. Mai 2016, 22.25

 

Stab & Crew 
Buch & RegieDagmar Knöpfel
KameraJudith Benedikt
KameraassistenzSimon Rabeder
SchnittMarkus Wogrolly
MusikErhard Jungnikl
ProduktionskoordinationFranziska Aringer
ProduktionsassistenzKerstin Oberhauser
Tamara Brunner
ProduzentIris Haschek
Redaktion 3satPetra Gruber
Produktion 3satRosemarie Prasek
Dank anSaskia Jungnikl-Gossy
Susanne Jungnikl

Andreas Deutsch
Alexandra Föderl-Schmid
Pfarrer Gerhard Gabel
Florian Jungnikl-Gossy
Christopher Ramos
Stefan Schlögl
Gerhard Schrantz
Gernot Sonneck
Renate Stangl
Mateusz Sycz
Heinz und Ingrid Weber
Birgit Wittstock
Eine Koproduktion vonORF 3sat
Inspiris Film
© 2015